Jesus und die Politik
Liebe Leserin oder lieber Leser, es freut mich, dass du dich entschlossen hast, diesen Post zu lesen.
Die Nachfolge Jesus hat sicherlich auch Folgen, was meine politische Einstellung anbelangt. Dabei ist das erste Thema wohl der Ukrainekrieg. Was würde Jesus dazu sagen? Ich denke, er wäre gegen die Waffenlieferungen und würde sich für eine friedliche, diplomatische Politik engagieren. Er hat uns das Gebot der Feindesliebe aufgegeben. Er hätte gesagt, dass wir nicht nur die Guten sind und Rußland der Böse. Er hätte daran erinnert, dass wir 1989 fest versprochen haben, die EU nicht weiter nach Osten zu erweitern. Und genau das haben wir dann getan. Er hätte gesagt, dass die Ukrainer sich mit friedlichen Mitteln gegen die Besetzung ihres Landes wehren sollen. Wie Jesus ein konsequent Liebender ist, so wäre er auch heutzutage ein konsequenter Pazifist, auch wenn ihn das das Leben kosten würde. Aber er würde es auch aufs Schärfste verurteilen, dass Rußland den Krieg begonnen hat, weil dadurch viele Menschen für uns unvorstellbarem Leiden ausgesetzt sind, viele getötet wurden und werden und zur Flucht gezwungen sind. Aber wir sollen für die beten, die uns verfolgen.
Ebenso wäre Jesus heute bestimmt Veganer und würde so nachhaltig leben, wie nur irgend möglich. Er hätte keine Auto, würde so viel wie möglich mit dem Rad fahren und würde einen minimalistischen Lebensstil pflegen, wie er es schon vor 2.000 Jahren getan hat. Er wäre arm. Er würde allerdings versuchen Menschen zum Essen einzuladen, denn die Gemeinschaft beim Essen, war Jesus heilig.
Oh je, wie weit bin ich da von Jesus entfernt. Wie weit reicht mein Mut Pazifist zu sein, bin ich doch eher ein ängstlicher Mensch. Ich lebe alles andere als nachhaltig. Mein Co2-Fußabdruck ist bestimmt nicht besonders gut, ich kaufe zu wenig regional, kaufe zu viele Lebensmittel, die in Plastik eingepackt sind und esse viel zu viel Fleisch.
Aber ich kann nicht von Heute auf Morgen so viele Gewohnheiten ablegen. Und Jesus hätte Geduld mit mir. Und solange es mir keine Freude macht, werde ich es auch nicht schaffen mich dahingehend zu ändern. Bisher brauche ich für diesen gewünschten Lebensstil Disziplin und Überwindung und das war noch nie meine Stärke.
Jesus würde heutzutage ganz anders leben, wie ich es im Moment tue. Wenn ich es wirklich ernst meine mit ihm, ist es an der Zeit für mich, mich auch hier zu ändern. Aner ich muss Geduld mit mir haben. Ich schaffe es nicht so radikal vorzugehen, wie es vielleicht nötig wäre. Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt und vielleicht sind es sogar kleine Schritte, mit denen ich mich fortbewege. Aber ich bin unterwegs in Richtung Jesus. Und das gibt mir Orientierung, Kraft und Freude.
Es ist aber wichtig, dass ich diesen Weg nicht nur gehe, damit es mir besser geht. Immer noch bin ich sehr egozentrisch und wenig demütig. Immer noch messe ich den Erfolg eines Vortrages auch am Applaus und nicht nur, wie ich für mein Gefühl mein Anliegen vermittelt habe.
Immer noch kreisen meine Gedanken zu viel um mich selbst und die Liebe Jesu sollte durch mich hindurch auch mehr für andere wirken. Das Gebot der Nächsten- und Eigenliebe wird durch den Versuch mich selbst zu lieben dominiert. Ich möchte mehr für andere Menschen da sein und zwar ganz direkt. Lange genug habe ich mein Ego gepflegt.
Und nicht zuletzt will ich Jesus Frohe Botschaft weitertragen, als Vorbild eines Nachfolgers, wie es Jesus seinen Jüngern aufgetragen hat.
Also, wohlan, es gibt viel zu tun.
P. S. : Da möchte ich hin:
Konstantin Wecker vor ca. 30 Jahren: "Steckt noch in den Windeln, aber schon Gandhi sein wollen..."
Matthäus 24, 6-7: Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; seht zu und erschreckt NICHT. Denn das muss so geschehen; aber das Ende ist noch nicht da. Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und einen Königreich gegen das andere...
AntwortenLöschenHeidi
Liebe Heidi,
Löschenecht klasse, wie du zu denn Themen die zugehörigen Bibelverse kennst!
Herzliche Grüße
Rainer