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Es werden Posts vom November, 2022 angezeigt.

Brief an Eugen Drewermann

Rainer Höflacher, Hans-Sachs-Straße 16, 79331 Teningen   Herrn Dr. Eugen Drewermann  Paderwall 1-5 D-33102 Paderborn Lieber Herr Dr. Drewermann,  wir hatten schon mal Kontakt in der Zeit, als Sie Ihre Lehrerlaubnis von der katholischen Kirche entzogen bekamen. Ich schrieb Ihnen damals mit dem Ziel Ihnen Mut zu machen, worauf Sie mir eines Ihrer Bücher schickten - eine Märcheninterpretation. Das hat mich damals sehr gefreut und berührt.  Nun sind viele Jahre vergangen und ich schreibe Ihnen ein zweites Mal. Diesmal, um mich bei Ihnen zu bedanken. Lassen Sie mich aber bitte zuerst  in der angemessenen Kürze ein paar Sätze über mich schreiben: Ich bin 61 Jahre als, seit 12 Jahren verheiratet, lebe seit 2011  in Teningen in der Nähe von Freiburg im Breisgau, habe keine Kinder, arbeitete bis 1992 in der Softwareentwicklung, mit 35 Jahren musste ich in die Frührente, seit 1999 engagiere ich mich intensiv in der Selbsthilfe psychiatrieerfahrener Men...

Jesus und die Politik

Liebe Leserin oder lieber Leser, es freut mich, dass du dich entschlossen hast, diesen Post zu lesen. Die Nachfolge Jesus hat sicherlich auch Folgen, was meine politische Einstellung anbelangt. Dabei ist das erste Thema wohl der Ukrainekrieg. Was würde Jesus dazu sagen? Ich denke, er wäre gegen die Waffenlieferungen und würde sich für eine friedliche, diplomatische Politik engagieren. Er hat uns das Gebot der Feindesliebe aufgegeben. Er hätte gesagt, dass wir nicht nur die Guten sind und Rußland der Böse. Er hätte daran erinnert, dass wir 1989 fest versprochen haben, die EU nicht weiter nach Osten zu erweitern. Und genau das haben wir dann getan. Er hätte gesagt, dass die Ukrainer sich mit friedlichen Mitteln gegen die Besetzung ihres Landes wehren sollen. Wie Jesus ein konsequent Liebender ist, so wäre er auch heutzutage ein konsequenter Pazifist, auch wenn ihn das das Leben kosten würde. Aber er würde es auch aufs Schärfste verurteilen, dass Rußland den Krieg begonnen hat, weil dadur...

Vom Beten und sich entwickeln

Guten Tag, liebe Leserin oder lieber Leser, immer noch interessiert meine Texte zu lesen oder ist es vielleicht sogar der erste, den du in diesem Blog liest?  Leider tue ich mich immer noch schwer mit dem Beten. Früher hatte ich immer einen Gedankendialog im Kopf mit Gott oder mit Jesus, aber auch mit anderen Personen geführt. Das habe ich für meine Art des Betens gehalten. Inzwischen sehe ich das anders. Egal, wie wahr diese Dialoge waren, Beten ist mehr als ein einfaches Gespräch mit Gott oder Jesus. Irgendwie ist es mehr, ohne dass ich das genau beschreiben kann. Es ist ein besonders Gespräch. Es sollte mit einer bestimmten Haltung gesprochen werden. Mit einer gewissen Feierlichkeit. Leider fehlen mir die Worte genau zu beschreiben, was ich meine. Ich weiß nur, dass ich das Beten noch lernen muss. Es wäre vermutlich hilfreich, laut zu beten. Das könnte mir helfen. Ich merke aber, dass ich davor zurückschrecke. Ich traue mich nicht. Vielleicht strenge ich mich auch einfach nicht ...

Die Nachfolge Jesus umsetzen

Schön, dass du, liebe Leserin oder du lieber Leser wieder da bist!  Mein Erweckungserlebnis begann ja damit, dass ich mich für die Nachfolge Jesus entschieden hatte. Das Buch von Rainer Harter "Radical Love" hatte mich tief beeindruckt. Aber nach und nach verlor ich Jesus wieder aus dem Fokus. Gott wurde wieder wichtiger und irgendwann wußte ich dann nicht mehr, an wen ich mich mit meinen Gedanken und Gebeten wenden soll: Gott oder Jesus? Ich bin sehr glücklich, dass ich wieder auf ein tolles Buch über Jesus gestoßen bin: "Jesus: Seine Geschichte - unsere Geschichte" von Timothy Keller. Es führt mich zurück an den Anfang meines neuen Glaubensweg. Ich kann ja auch nur bedingt steuern, wie sich meine Beziehung zu Jesus weiterentwickeln wird. Ich möchte auf Jesus vertrauen, dass ich mich aus meiner (spirituellen) Komfortzone verabschieden werde und die Wandlung vollziehen werde, die die Nachfolge Jesus mit sich bringt. Der Rücktritt vom Amt des Vorsitzenden des Landesv...

Bibel lesen. Jesus oder Gott? Beten lernen. - Alles nicht so einfach!

Bin gerade im Hotelzimmer in Stuttgart. Hatte gestern einen Vortrag im Diakonischen Werk Württemberg und heute ist der Selbsthilfetag des Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener Baden-Württemberg in der Diakonissenanstalt. Es ist jetzt schon nach 4 Uhr. Das Fatale ist, dass ich gestern Morgen meine Medikamente nicht genommen und dann auch noch in Teningen zurückgelassen habe. Also bin ich 2 komplette Tage ohne Medikamente. Das gab's schon sehr viele Jahre nicht mehr. Wie ich auch damit gerechnet habe, werde ich wohl die ganze Nacht nicht schlafen können. Hatte auch lange ein dumpfes Gefühl im Kopf aus dem jetzt Kopfweh geworden ist. Aber zurück zu den Glaubensthemen. Ich kann mich einfach nicht mit dem Bibellesen anfreunden. Ich lese viel lieber Autoren, die über die Aussagen der Bibel schreiben und lese nicht das, was die eigentliche Grundlage meines Glaubens ist. Christsein ohne die Bibel zu lesen, sehe ich sehr skeptisch. Vielleicht habe ich da auch einen zu engen Begriff von Chr...

Ein kleines Alltagswunder für mich

Liebe Leserin, lieber Leser, ich freue mich, dass dich dieser Beitrag interessiert.  Mir ist am Donnerstag etwas passiert, was mich nachdenklich und fragend zurücklässt. Du wirst vielleicht am Ende des Textes denken, warum macht er so ein großes Ding aus der doch so kleinen Sache. So hat es eben auf mich gewirkt... Ich war in Freiburg mit der Straßenbahn unterwegs. Vom Bahnsteig stieg ich in Gedanken versunken ein und setzte mich an den ersten Platz neben die Wagentüre. Ich holte wie fast immer mein Handy aus der Tasche und fing an zu tippen. Aus irgendeinem Grund schaute ich auf und direkt vor meinem Gesicht hing ganz nahe ein großes Schild vor mir mit der Aufschrift "Bitte Maske tragen". Ich erschrak und bemerkte, dass ich die ganze Zeit ohne Mund- und Nasenschutz in der Straßenbahn gefahren war und das war ja immer noch Pflicht. Also setzte ich schnell meine Maske auf und vertiefte mich wieder in mein Smartphone. Plötzlich dachte ich, das Schild müsse ich mir doch noch ein...

Verweltlichung

Hallo lieber Leser, schön, dass du diesen Eintrag lesen willst.  Ich merke, es ist gar nicht leicht dieses intensive Glaubensleben aufrecht zu erhalten, wenn der Arbeitsalltag wieder stattfindet. Die Intensität lässt nach. Ich verweltliche sozusagen und Bibelverse kommen mir irgendwie fremd vor. Ich glaube, ich muss mir früh am Morgen eine Stunde Zeit nehmen und mich mit Glaubensdingen beschäftigen, zum Beispiel beten, Bibel lesen, Youtube schauen, Blog schreiben, Sekundärliteratur lesen.  Gestern hatte ich mit einem Bekannten ein gutes Gespräch, unter anderem auch über Glauben. Er glaubt an Gott, aber nicht an Jesus, bezeichnet sich aber als Christ. Gott habe das Christentum erfunden, nicht Jesus. Er betet jeden Tag mehrere Stunden. Er meint, das sei der Hauptgrund, dass es ihm gut geht.  Als wir über das Beten sprachen, war er der Meinung, dass das ganz individuell sei und frei. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich bezüglich Beten dazulernen sollte. Die Dialoge mit Go...

Unterstützende Haltung im Gespräch kultivieren

Hallo liebe Leserin und Leser, freue mich, dass du weiterhin meinem Blog treu bist. Oder bist du zum ersten Mal hier? Ich habe mir vorgenommen den Menschen anders zu begegnen als früher. Und zwar mit einer unterstützenden Haltung. Sicher benötigen das nicht alle und du wirst vielleicht denken, das ist übertrieben. Teilweise vergesse ich es auch immer wieder, je nachdem um welches Thema es im Gespräch geht. Aber ich bemerke, seitdem ich diese Haltung bei mir kultivieren will, kann ich viel besser zuhören und mich auf den Anderen und die Andere besser konzentrieren. Ich bin erstaunt, wie gut ich jetzt meine Impulse unterdrücken kann, um den anderen nicht zu unterbrechen oder das Gespräch zu steuern, indem ich Fragen stelle, die den Gedankengang des Gegenübers unterbrechen bzw. nach meinem Wunsch ändern. Letztendlich ist das, wenn ich es genau nehme, eine Form der Manipulation, auch wenn ich dies meistens unbewusst getan habe. Ich lass jetzt den Anderen oder die Andere einfach reden. Was ...

Welcher Engel...

Hallo liebe Leserin und lieber Leser, danke, dass du wieder da bist!  P. hat mir gestern ein Gedicht geschickt, das ich mit dir teilen will: Gedicht von Wilhelm Willms Welcher Engel wird uns sagen, dass das Leben weiter geht? Welcher Engel wird wohl kommen, der den Stein vom Grabe hebt? Wirst du für mich, werd ich für dich der Engel sein? Welcher Engel wird uns zeigen, wie das Leben zu bestehen? Welcher Engel schenkt uns Augen, die im Keim die Frucht schon sehen? Wirst du für mich, werd ich für dich der Engel sein? Welcher Engel öffnet Ohren, die Geheimnisse verstehn? Welcher Engel leiht uns Flügel, unseren Himmel einzusehen? Wirst du für mich, werd ich für dich der Engel sein? ......... Auch wenn wir beide uns vermutlich nicht persönlich kennen, so können sogar wir uns Engel sein, indem wir immer wieder liebevoll aneinander denken: Du, die Leser:in meines Blogs und ich der Schreiber des Blogs.Ich glaube schon das Denken an andere Menschen kann verändern. Das Gebet ist allerdings d...

Glaubensbekenntnis und neue Kontakte

Guten Tag, liebe Leserin und Lieber Leser,  herzlichen willkommen heute!  Nachdem es mir durchaus Freude gemacht hat das Vaterunser besser auswendig zu lernen, traue ich mich doch tatsächlich an das Glaubensbekenntnis. Noch ein wesentliches Gebet des Christentums.  Ökumenisches Glaubensbekenntnis  Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten[12] und das ewige Leben. Amen. Andrea...

Das Vaterunser

Hallo, liebe Leserin und lieber Leser,  schön dass du wieder da bist!  Ich erlaube mir beim 3. Blogeintrag zum Du überzugehen. Ich hoffe das ist okay für dich. Ich muss gestehen, dass ich das Vaterunser immer noch nicht richtig auswendig kann. Ich weiß oft nicht, welche Strophe als nächstes kommt. Ob ich das jemals noch lerne? Jetzt habe ich das Gebet von Hand abgeschrieben und mir über's Bett gehängt.  Da steht jetzt:  Das Vaterunser Vater unser im Himmel,  geheiligt werde dein Name.  Dein Reich komme.  Dein Wille geschehe,  wie im Himmel, so auf Erden.  Unser tägliches Brot gib uns heute  und vergib uns unsere Schuld,  wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.  Und führe uns nicht in Versuchung,  sondern erlöse uns von dem Bösen,  denn dein ist das Reich  und die Kraft  und die Herrlichkeit  in Ewigkeit.  Amen  Bin immer noch nicht sicher, ob ich Rainer Harters "Lehrgang" zum Beten weiter a...

Im Gottesdienst und Vorsätze

Guten Tag zurück im Blog, liebe Leserin und lieber Leser, Nachdem ich von Kloster Lichtental in Baden-Baden nach Teningen zurück kam, wußte ich, dass sich mein Leben grundlegend ändern wird! Endlich vollzog ich den Schritt, den meine Ergotherapeutin und ich schon über ein Jahr besprochen und vorbereitet hatten - inzwischen habe ich die Therapie beendet. Zweimal schon hatte ich meinen Vorstandskolleg:innen angekündigt im Juli 2023 nicht mehr bei der Vorstandswahl des Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener Baden-Württemberg (LVPEBW) zu kandidieren und somit das Amt des 1. Vorsitzenden aufzugeben. Zweimal hatte ich mich überreden lassen, doch weiter zu machen. Jetzt, mit der Sicherheit Gottes im Rücken, machte ich ernst. Schon lange hatte ich nicht mehr für psychiatriepolitische Themen gebrannt und den Verein eigentlich nur noch verwaltet. Vereinzelt flammte das Feuer wieder auf, wenn ich die Vorstandssitzung leitete oder in einem Gremium aktiv war. Das war aber immer nur von kurzer Dauer...

Blog "Unser Haus 22" startet

Liebe Leserin und lieber Leser dieses Blogs, seit 2 Monaten bin ich bekennender Christ. Ich muss diesbezüglich noch viel lernen. Das Ziel dieses Blogs ist es, Sie an dem Weg meiner spirituellen Entwicklung teilhaben zu lassen. Ich wünsche mir, Sie irgendwann persönlich kennen zu lernen, um mich mit Ihnen über den Glauben an Gott und unsere Erfahrungen mit dem Christentum auszutauschen. Wir werden sehen... Ich glaube schon mein ganzes Leben an Gott. Meine Mutter hat diesen Samen in mir gepflanzt. Bisher war es allerdings so, dass ich große Probleme mit der Bibel hatte und mich keiner Gemeinde zugehörig gefühlt habe. Allerdings kenne ich schon lange den Dialog mit Gott in meinem Kopf. Ebenso große Probleme hatte ich mit Jesus. Er war und ist meinen Dialogen nicht so zugänglich wie Gott.  Ich hatte in der Vergangenheit in meinem Glauben keine Orientierung. Ein Zeit lang hatte ich das eine Gottesbild, dann wandelte sich dieses in ein anderes und ich legte mir eine neue Theorie zurecht....