Der Alltag frisst mich auf - Hoffnung auf Weihnachten

Liebe Leserin, lieber Leser,

freue mich, dass du dich auch diesen Posts annimmst, auch wenn die Überschrift nicht gerade sehr einladend ist.

Der Alltag frisst mich auf - vor allem die Arbeit. Wieder dreht sich meine Denken nur noch um Recoverycollege, EX-IN, Landesverband und Selbsthilfe mit Köpfchen. Der PC zieht mich wieder magisch an. Ich sitze davor und überlege, was ich jetzt arbeiten könnte, anstatt ich eine Pause mache und mich anderen Dingen zuwende. Ich verbringe wieder viel zu wenig Zeit mit Karin. Auch die Treffen mit Freunden sind weniger geworden. Aber vor allem gibt es kaum noch Zeiten in denen ich Gott und Jesus nahe bin. Kurz mal ein Gedanke, kurz mal ein paar Seiten gelesen und schon geht es wieder mit anderen Dingen weiter. Genau das wollte ich vermeiden. Wollte mein Leben Jesus widmen und jetzt wird er immer mehr wieder Nebensache. "Nice to have", wie es so schön auf englisch heißt. In meinem Kalender steht jeden Tag um 21:30 "Spirituelle Zeit". Daran habe ich mich noch selten gehalten. Wie so oft fehlt mir die Disziplin etwas auf Dauer einzuhalten, was nicht mit meiner Arbeit zu tun hat. Aber was soll das Jammern und das Klagen? Ich kann nur die Gegenwart ändern. 

Also zurück zu den Anfängen im September, wenn möglich. Ich weiß, erzwingen kann ich es nicht. Und es liegt in der Hand Gottes, ob er sich mir zeigt, ob er mir nahe ist. Sicherlich kann ich mich darum bemühen, aber auch nicht mehr. Die Nähe Gottes kann ich nicht durch meine Taten erzwingen, sondern ich muss auf seine Gnade hoffen. Ich will die Arbeit wieder an die dritte Stelle bringen:

  1. Gott und Jesus
  2. Karin und Freunde
  3. Arbeit
Ich hoffe, dass ich jetzt zu Weihnachten und überhaupt in der freien Zeit zwischen den Jahren, wieder zu mir selbst und zu meinem Glauben zurückfinde, so wie ich es für richtig halte.


Gebet:

Mein Herr Jesus, mein Vater Gott, lasst mich wieder auf die Suche gehen. Lasst wieder den Jesus-Geist durch mich wirken. Meine Gedanken sollen wieder bei euch sein und erst in zweiter Linie bei weltlichen Dingen. Ich will bereit sein für eure Gnade.

Lasst es auch meinen Nächsten gut gehen - vor allem denjenigen, denen es zur Zeit schlecht geht, verschafft bitte Besserung in dem ihr euch deren annehmt.

  • Bitte nehmt K. wenigstens ein paar ihrer zahlreichen Erkrankungen. Zum Beispiel lasst die Entzündung ihrer Zehen zurückgehen, haltet die Spätfolgen ihres Diabetes im Zaum, lasst die Magen-OP gut verlaufen, dass K. danach wieder gut essen kann und gut verdauen kann, lasst ihren chronischen Husten besser werden und lasst sie ganz allgemein wieder aktiver werden und gebt ihr die Kraft, ihr Leben wieder abwechslungsreicher zu gestalten. Helft bitte, dass K. und ich noch lange zusammen ein gutes Leben führen können, wie derzeit. Dass wir beide jeden Tag noch aufstehen und unsere Alltagspflichten erledigen können. So schnell kann alles auf einmal anders sein und das Leben ist nicht mehr so gut, wie es war.
  • Helft auch H., dass es ihm bald wieder besser geht mit seinen Depressionen. Ich weiß, in der Mail an S. habe ich mich nicht gut verhalten. Habe wieder mal meinen Ärger an anderen, diesmal an H., ausgelassen. In der Regel kommt das auch zurück, wie ein Bumerang. Nicht das mein Beten für H. daran liegt, dass er bald wieder arbeitsfähig ist. Ich möchte nur, dass er sich wieder seines Lebens freuen kann und ihm die Dinge wieder Spaß und Erfüllung bringen, die er tut.
  • An dieser Stelle möchte ich mich aber auch bei euch bedanken, dass ihr dafür gesorgt habt, dass C. keine Krebsdiagnose bekommen hat und nicht operiert werden musste!
  • Bitte kümmert euch auch um E., die stark unter ihren Depressionen leidet und auch unter der Situation, in die sie sich gebracht hat. Helft ihr bitte, dass sie wieder Sinn findet und aus dem Tief eine Weg findet, der ihr Leben für sie wieder lebenswert macht. Ich bin überrascht, wie stark ihr Glaube schon war und wenn sie derzeit zweifelt, dann macht bitte, dass sie wieder Kraft bei euch findet.
  • Hier auch noch eine Anmerkung zu E. Bitte lasst ihn gnädig aus der bewussten Welt in die Welt des Vergessens wechseln. Ich habe gehört, dass da der Übergang sehr quälend sein kann, was für mich gut nachvollziehbar ist. Helft ihm, dass er sein positives und gelassenes Naturell auch dort behalten kann und seine Schmerzen aufgrund seines Bechterews erträglich bleiben.
  • Und zum Schluss noch eine allgemeine Bitte. Lasst es allen Menschen leichter werden, die derzeit in Leiden gefangen sind. Die keine Wohnung haben, die nichts zu essen haben, die jetzt im Winter frieren müssen, die unterdrückt und gequält werden. Es muss nicht jeder Staat eine Demokratie sein, aber in jedem Staat sollten die Menschen gerne und gut leben. Leider ist das in autokratischen Staaten eher seltener der Fall, was vor allem für die Bürger gilt, die nicht das denken und tun, was alle denken und tun.
Amen


P.S.: Und dann noch eine "theologische" Bitte an euch: Helft mir den Heiligen Geist in mein Glaubensleben zu integrieren und das Problem der Dreieinigkeit für mich zu lösen, d.h. dass ich weiß, wer von den dreien für was zuständig ist oder meine Hemmung zu verlieren, mich einfach an Gott zu wenden und dabei Jesus und den Heiligen Geist gleich mitzudenken.


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