Gottes Plan für mich

Gott und Jesus haben einen Plan - mit mir, mit dir und mit der Welt. 

Manchmal meinen wir den Plan zu verstehen. Ein Teil davon steht in der Bibel. Ein anderer Teil davon passiert in der Gegenwart - jeden Augenblick.

Jesus wollte nicht, dass ich einen geraden Weg gehe. Er schickte mir eine Krankheit, die mich mein ganzes Leben begleiten sollte. Meine berufliche Entwicklung endete mit 32. Mit 35 musste ich in die Frührente. Ich habe viel gelitten: heftiger Wahn, Manien, schwere Depressionen. Ich habe es nie als Bestrafung gesehen. In meiner Biografie fand ich keine Anhaltspunkte, warum ich erkrankte. Ich fand sogar einen Sinn darin. Ich dachte, ich bin durch die Krankheit ein besserer Mensch geworden, als wenn ich einen sozial erfolgreichen Weg gegangen wäre. Manchmal dachte ich auch, Gott wolle nicht, dass ich zu viel Macht bekomme, um die Menschen und die Welt vor mir zu schützen. Ich hatte es nicht leicht mit mir. Musste immer wieder in die Klinik. Aber Gott und Jesus waren immer bei mir und beschützten mich. Ich hatte nie echte, existentielle Not und war nie ohne Menschen, die mich unterstützten, deren Hilfe ich auch annahm. Ich sehe mich als ein von Gott reich beschenkter Mensch und bin ihm dankbar dafür. 

Gott und Jesus haben einen Plan. 

Endlich, jetzt, mit 61 hat sich mir Jesus offenbart. Er hat immer schon auf mich gewartet, bis ich so weit bin. Leider bin ich viele Jahre mit meinem Glauben in die Irre gegangen. Hab mir einen eigenen Gott erschaffen und Jesus ignoriert, wobei ich phasenweise dachte, er würde mich ignorieren. Ich machte mich selbst zu meinem eigenen Gott. Mir fiel immer wieder mein steinernes Herz auf und ich litt auch darunter. Ich fand kaum Mitgefühl in mir, obwohl ich es mir sehr wünschte. Ich sah keinen anderen Weg, als mir Empathie anzutrainieren. Ich schulte meine Stimme, lernte entsprechende Mimik und fand immer bessere Worte dafür Mitgefühl auszudrücken. Aber mein Herz war weiter die meiste Zeit kalt und die Menschen spürten das auch. Mein Denken drehte sich in erster Linie um mich. 

Ich schuf mir ein Biotop und suchte mir ehrenamtliche Arbeit, in der ich auch erfolgreich wurde. Meine Bedürfnisse nach Anerkennung, Erfolg und Sinnhaftigkeit wurden erfüllt. So lebte ich über 20 Jahre lang. Dann kam mein 60. Geburtstag und ich merkte, mein bisheriges Leben verlor seinen Sinn. Es war kein schlechtes Leben gewesen, aber es war ein Leben in dessen Mittelpunkt mein Ego stand. 

Gott und Jesus haben einen Plan. 

Heute sehe ich, dass der Übergang zu Jesus nicht so abrupt war, wie ich bisher meinte. Ein Meilenstein war sicherlich mein 60. Geburtstag und dann  mein Aufenthalt im Kloster Lichtental vom 29.8.-01.09.22, der dazu führte, dass ich mich ganz bewusst für Jesus und die Bibel entschied. Aber zum Beispiel schon der lang andauernde Ablöseprozess vom Landesverband Psychiatrie-Erfahrener Baden-Württemberg deutete auf einen kommenden Wandel hin. 

Ich weiß inzwischen, welchen Plan Gott und Jesus für meine Zukunft haben. Es ist ein ehrgeiziger Plan und ich weiß nicht, wie weit ich in der Zeit, die mir noch bleibt, damit komme. 

Dieser Blog "Unser Haus 22" ist ein Teil des Plans. Er dokumentiert dessen Umsetzung. Ich werde mein Vorhaben nicht mehr vollenden können. Aber bei einem guten Plan ist sowieso der Weg das Ziel. 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Brief an Eugen Drewermann

4 Monate mit Jesus - und du?

Weihnachskartentext der BruderhausDiakonie