Wahrhafte Nachfolger sind Pazifisten


Liebe Leserin, lieber Leser, 
ich freue mich sehr, dass du dich entschlossen hast, dich auch auf dieses schwierige Thema einzulassen. Danke dafür! 

Habe den ganzen frühen Morgen die Geschichte Israels gelesen. Dabei ist mir klar geworden, wer Jesus Gebot der Feindesliebe und Gewaltlosigkeit einhalten will, muss bereit sein, für Jesus Lehre zu sterben und Unterdrückung und Auslöschung ganzer Völker in Kauf nehmen. Da gibt es kein Dazwischen. Ein bisschen Jesus gibt es nicht. Der Weg der Gewaltlosigkeit ist der einzige Weg, der Frieden dauerhaft möglich macht. Solange die Menschen ihre Interessen mit Gewalt durchsetzen, entsteht Gegengewalt und es gibt nie ein Ende der Gewaltspirale. Dieser Weg bedeutet auch an das Gute im Menschen zu glauben, obwohl es viele Beispiele gibt, die dagegen sprechen.

Aber wer kann von sich mit Sicherheit behaupten, dass er für die christlichen Werte ohne Gegenwehr sterben würde? Wer schafft es, in einer Welt in der Gewalt und Mord ein probates Mittel ist, sich argumentativ durchzusetzen? Nur ein fest entschlossener Nachfolger Jesus Christus! Aber inwiefern kann er glaubwürdig bleiben - auch sich selbst gegenüber? 

Ich werde da schnell mutlos, wenn ich an meinen neuen Weg denke, bin ich doch ein ängstlicher Mensch, wenn es um körperliche Auseinandersetzungen geht; ja schon Angst bekomme, wenn jemand verbal aggressiv wird.

Ich hoffe inständig, dass ich nie in eine Situation komme, wo ich für Jesus einen gewaltsamen Tod sterben müsste, um wahrhaftig zu sein. Auch schwer wiegt die Verantwortung, die ich damit trage, unseren Staat mit seinen Werten nicht mit Gewalt verteidigen zu wollen. Aber letztendlich gibt es keine Alternative. 

Eine pazifische Haltung auch nach außen zu vertreten braucht Mut. Damit werde ich viel Druck bekommen und mich argumentativ schwer tun. Ich hoffe, ich kann diese Last tragen. 

Kommentare

  1. Lieber Rainer, man kann auch gewaltlos Widerstand leisten. Martin Luther King jr. und Mahatma Gandhi haben das vorgelebt. Das ist eigentlich auch die bessere Methode, um Ziele langfristig und nachhaltig zu erreichen. Es gibt nur wenige Kriege, die ich nachhinein als gerechtfertigt und unvermeidlich betrachten würde. In den meisten Fällen sind sie sinnlos, genauso wie die Gewalt in den Beziehungen zwischen Menschen. Ich gebe Dir recht: In der Nachfolge Jesu zu stehen, heißt friedfertig und verhandlungsbereit zu sein. LG, Klaus

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