Wie umgehen mit meinen Gedankendialogen?
Hallo, liebe Leserin und lieber Leser,
schön, dass du auch diesen Post lesen willst. Es ist ein sehr persönlicher Post, in dem es darum geht, was in meinem Kopf vorgeht. Ok, ich gebe zu, wieder sehr egozentrisch, aber ich kann es eben nicht so schnell ablegen. Ich hoffe, du bereust es nicht weiter zu lesen.
Ich bin im Dilemma. Seit vielen Jahren habe ich Dialoge im Kopf. Anfänglich mit Personen, die mir wichtig waren und mich mit ihrer Erfahrung und ihrem Wohlwollen begleitet haben. Dann fing es mit dem Dialog mit Gott an. Auch mit Jesus versuchte ich mich auszutauschen, aber er entzog sich mir immer wieder. Gott war immer da, wenn ich ihn brauchte.
Normalerweise hatte ich das alles gut im Griff. Nur wenn ich in eine Krise kam, verlor ich die Kontrolle und die Gedanken brachten mich dazu mich ungewohnt zu verhalten. Negative Dialoge, also Gedanken, die mich beschimpfen oder mich zu schlimmen Taten aufforderten, hatte ich nie.
War ich früher ganz angetan von den "Stimmen", weil sie mich immer lobten und mir gute Ratschläge gaben, so wehre ich mich heute immer mehr dagegen. Irgendwie kommen mir die Dialoge immer mehr als Selbstgespräche vor, die ich mir antrainiert habe, um meine Unsicherheit in den Griff zu bekommen. Andererseits finde ich es manchmal schon noch als hilfreich, mich im Kopf mit Gott zu unterhalten. Oder ist das meine Form des Gebets? Ich habe es mir so sehr angewöhnt in dieser Forn auf Gott zuzugehen, dass es mir nicht gelingt mich anders an Gott zu wenden, als in einem Gespräch, wie ich es auch mit Freunden führe. Aber Gott ist nicht nur ein Freund, er ist auch ein strafender Vater und Richter. Er ist nicht immer so zahm, wie in meinem Kopf. Er kann zornig, eifersüchtig und furchteinfößend sein. So wird er in der Bibel beschrieben, auch wenn Jesus sagt "Fürchtet euch nicht", so ist in bestimmten Situationen Gottesfurcht durchaus angebracht. Gott ist in seinen Taten unberechenbar und in Gänze nicht zu verstehen. Er ist heilig und das ist zum Großteil außerhalb der Möglichkeiten des menschlichen Verstandes und Geistes.
Dieses Gottesbild passt nicht zusammen mit meinen "Stimmen". Also was soll ich tun? Versuchen mir die Gespräche mit Gott, Jesus und zuweilen auch immer noch mit anderen Menschen wieder abtrainieren? Einfach so weitermachen und hoffen, dass ich meinen Widerwillen verliere? Sind das doch Gebete, obwohl ich das im Moment nicht so empfinde? Ich merke, dass ich das Gefühl habe, ich kann gar nicht beten. Das sollte ich schon ernst nehmen und meine Art des Austausches mit Gott überdenken.
Letztendlich bin ich ratlos.
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